Spätsommerliebe – neue Schätze auf unseren Tellern

Der Spätsommer ist heimgekehrt, die Getreideernte für dieses Jahr abgeschlossen. Laut Metereologen dürfen wir uns sogar auf einen goldenen Herbst einstellen, magisch erscheint uns die Jahreszeit in jedem Fall. Wir hoffen auf die Wärme des Spätsommers und bald schon wird es durch das Laub draußen leuchten in sämtlichen Rot- und Orangenuancen ebenso wie in den schönsten Erdtönen. So sehr uns die sommerlichen Beeren auch Glücksmomente beschert haben mögen, wir freuen uns über die neuen Schätze, die der September hervorbringt. Dieser Monat verbindet Sommer und Herbst auf eine so wunderbare Weise miteinander, dass neben dem Sommergemüse nun auch wieder Lieblinge wie Kürbis, Pilze, Äpfel, Birnen und Nüsse in unseren Einkaufskörben Platz finden. Die heimische Ernte läuft auf Hochtouren, wir können aus dem Vollen schöpfen. Die kühleren Abende machen wieder Lust auf eine Küche, die allein schon beim Anblick der kräftigen Farben wärmt. Hier kommen einige der kulinarischen Schätze, die unser Herz in jedem Jahr von Neuem erobern und erwärmen, und so den Abschied von Beeren und Co. erleichtern. Wie auch sonst gilt: Mitnehmen und genießen!

  1. Äpfel: Klar, Äpfel kann man das Ganze Jahr über kaufen. Doch irgendwann bleibt auch bei der besten Lagerware der Geschmack auf der Strecke. Ab August werden wieder die ersten heimischen Frühsorten für uns frisch vom Baum gepflückt. Ab September beginnt dann auch die Ernte für die Lagersorten. Äpfel können auf vielseitige Weise in der Küche eingesetzt werden, je nach Sorte eignen sich Äpfel besser für pikante oder süße Speisen, für Salate oder Aufläufe, zum Backen oder für Mus und Kompott. Ob grün oder rot, ob süß oder säuerlich, herzhaft oder ausgesprochen saftig für jeden Geschmack ist der richtige Apfel dabei und pur oder mit etwas Zimt schmeckt er immer noch am besten. Auch Allergiker können getrost zu ausgewählten Apfelsorten greifen (z.B. wird die Sorte Santana häufig gut vertragen), hier lohnt es sich Informationen einzuholen. Der Apfel ist nicht nur unheimlich lecker, sondern auch überaus gesund. Er strotzt nur so vor Vitaminen und Spurenelementen und ist reich an Ballaststoffen. Die enthaltenen Pektine binden Schadstoffe im Körper und wirken sich positiv auf unseren Darm aus. Um von all den gesunden Inhaltsstoffen zu profitieren, den Apfel gründlich waschen und mit! Schale verzehren.
  2. Birnen: Ebenso wie der Apfel ist auch die Birne vielseitig einsetzbar und überzeugt in ganz unterschiedlich zubereiteten Speisen. Da die Birne säureärmer als der Apfel ist, wird sie in dieser Hinsicht besonders gut von den meisten Menschen vertragen –  allerdings beinhaltet sie dafür mehr Fruchtzucker. Letztendlich ist es ja auch ihre milde Süße, die sie so beliebt bei Klein und Groß macht. Birnen enthalten jede Menge Phosphor und stärken so unser Nervensystem. Durch ihren hohen Kaliumgehalt wirken Birnen entwässernd und können Nieren- und Blasenprobleme lindern. Der Großteil der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe steckt wie beim Apfel direkt unter der Schale.
  3. Pflaumen: Je nach Sorte beginnt die Pflaumenzeit im Juli. Hauptsaison haben Pflaumen allerdings im September. Im Grunde genommen ist der Begriff Pflaume ein Sammelbegriff für die verschiedensten Sorten, zu denen Zwetschgen, Mirabellen oder auch Renekloden zählen. Gerade Zwetschgen und Pflaumen werden häufig synonym verwendet. Allerdings gibt es sehr wohl Unterschiede zwischen ihnen, auch wenn die vielen Kreuzungssorten auf dem Markt eine Zuordnung sichtlich erschweren. Während die Pflaume rund ist und über eine ausgeprägte Bauchnaht verfügt, ist die Form der Zwetschge eher elliptisch. Sie ist etwas kleiner und hat eine schwächer ausgeprägte Bauchnaht. Der Stein der Pflaume ist ebenfalls rund und das Fruchtfleisch lässt sich eher schwer von ihm lösen. Der Stein der Zwetschge ist hingegen flacher, eher länglich und an den beiden Enden zugespitzt. Das Fruchtfleisch lässt sich leicht vom Stein lösen. Der Verzehr von Pflaumen wirkt sich positiv auf  den Stoffwechsel und die Nerven aus. Pflaumen regen die Darmtätigkeit an und können in größeren Mengen verzehrt leicht abführend wirken.
  4. Kürbis: Herbstzeit ist Kürbiszeit. Großer Beliebtheit erfreut sich vor allem der eher kleine Hokkaidokürbis, nicht nur weil man ihn samt Schale zubereiten kann. Er verfügt über ein leicht nussiges Aroma und sein Fruchtfleisch ist recht faserarm. Geraspelt lässt er sich sogar roh im Salat verzehren. Wie das leuchtende Orange schon erkennen lässt, enthält der Kürbis jede Menge Beta-Carotin, eine Vorstufe des (fettlöslichen) Vitamin A. Hiervon profitieren besonders unsere Sehkraft, unsere Haut und unsere Haare. Hokkaido-Kürbisse sind zudem reich an Vitamin B1, B2 und B6, an Vitamin C und E und bieten außerdem reichlich Folsäure, Magnesium, Eisen und Phosphor. Doch auch Sorten wie der Butternusskürbis, Muskatkürbis oder der Spaghettikürbis haben zu recht viele begeisterte Anhänger. Übrigens: Klingt der Kürbis hohl beim Klopftest, hält man ein ausgereiftes Exemplar in der Hand.
  5. Pilze: Das frühe Herbstwetter bietet die optimalen Bedingungen für das Wachstum von  leckeren, essbaren Pilzen. Obwohl es die ersten Wildpilze des Jahres schon im Sommer gibt – Pfifferlinge haben schon von Juli an Saison – beginnt die Hauptsaison der meisten Sorten im September. Pilze weisen einen hohen Anteil an Wasser und Eiweiß auf. Sie sind daher schnell verderblich und sollten im besten Fall nicht eingepackt in Folie gekauft werden, sondern lieber als lose Ware. Der Steinpilz etwa verfügt zudem über einen nennenswerten Gehalt an Selen, ein für uns wichtiges Spurenelement mit starker antioxidativer Wirkung. Wer z.B. unter einer Schilddrüsenunterfunktion zu leiden hat, sollte dieses selenhaltige Nahrungsmittel gerne auf seinen Speiseplan setzten. Austernpilze hingegen sollen sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Wer also auf seine Blutfette achten muss, der sollte Austernpilzen einen Platz in seinem Einkaufskorb freihalten. Ach, und dann gibt es ja noch die leckeren Shiitakepilze, die Maronenröhrlinge, die Champignons … Übrigens: Pilze lassen sich einfach trocknen, auch ohne Dörrgerät. Einfach in dünne Scheiben schneiden, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei ca. 40° bei Umluft im Backofen einige Stunden trocknen lassen. Wer eine andere Funktion einschaltet, sollte die Backofentür einen Spalt offen stehen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
  6. Fenchel: Auch wenn es heimischen Fenchel schon seit längerem zu kaufen gibt, Hauptsaison hat das nach Anis schmeckende Gemüse im September und Oktober. Er schmeckt sowohl roh, als auch gedünstet oder gebraten. Im Fenchelgrün stecken besonders viele Vitamine und sollten daher unbedingt mitverwendet werden. Fenchel ist ein ballaststoffreiches Gemüse, enthält viel Vitamin A und C und punktet mit Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium. Das Fenchel gesund ist, ist keine Überraschung. Das enthaltene Öl wirkt verdauungsfördernd und krampflösend. So kommt es häufig als Arzneitee bei Bauchweh und Blähungen zum Einsatz. Zudem verfügt Fenchel als Heilmittel über entzündungshemmende und schleimlösende Eigenschaften und kommt sowohl bei Erkältungen, als auch aufgrund seiner harntreibenden Wirkung bei Blasenentzündungen oftmals zum Einsatz. Bei Stillenden Müttern soll Fenchel den Milchfluss anregen.
  7. Radicchio: Der hübsche aus Italien stammende Salat hört in Frankreich auch auf den Namen chicorée rouge und in der Schweiz kennt man ihn als rote Endivie. Neben der Farbe fällt vor allem seine bittere Note sofort auf. Zu verdanken ist das dem enthaltenen Bitterstoff Intybin, der positiven Einfluss auf unsere Verdauung, unseren Gallenfluss und unsere Blutgefäße nimmt. Wer einen sehr bitteren Radicchio erwischt, kann ihn kurz in lauwarmes Wasser legen, dieser Trick wird angewandt, um den bitteren Geschmack etwas abzumildern. Radicchio schmeckt nicht nur als roher Salat, sondern auch leicht gedünstet sehr lecker z.B. im Risotto. Radicchio enthält  viele Vitamine, z.B. Vitamin C und Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Kalzium.
  8. Rote Bete: Die roten Rüben sind äußerst aromatisch. Leicht süß und wunderbar erdig und erst diese Farbe !!! – vorausgesetzt sie befindet sich wirklich nur im Kochtopf und in den Speisen auf unseren Tellern. Da sie wirklich hartnäckig abfärben, verpackt man die roten Beten samt Schale am einfachsten in Alufolie und ab damit in den Backofen. Nach dem Backen lässt sich ihre Haut dann leicht abpellen. Aber wer etwas vorsichtig ist und sich Handschuhe überzieht, sollte die Rote Bete unbedingt so verarbeiten, dass man sie roh essen kann. Dann schmeckt sie wunderbar knackig und aromatisch, z.B. in einem Salat der ansonsten aus Äpfeln, Nüssen, Ingwer und etwas Agavensüße besteht. Rote Bete wird als Power-Knolle gehandelt, da sie über einige gesunde Inhaltsstoffe verfügt. Dank ihr sollen wir leistungsfähiger sein und auch unseren Fettstoffwechsel treibt die Wunderknolle an. Rote Bete ist reich an Vitaminen, Folsäure und Eisen. Das enthaltene Betain stärkt unser Immunsystem, es schützt sowohl Herz, Gefäße und Leber und soll sogar Demenz vorbeugen können.

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